London Stadium: Porträt des Olympiaparks
Das London Stadium im Queen Elizabeth Olympic Park in Stratford im Osten Londons wurde als Herzstück der Olympischen Spiele 2012 errichtet und ist seither die Heimat von West Ham United. Sein Weg von einer temporären, leichten olympischen Leichtathletikarena zu einem dauerhaften Premier-League-Fußballstadion gehört zu den lehrreichsten und umstrittensten Geschichten des modernen Stadionbaus — eine Fallstudie zur Schwierigkeit des olympischen Erbes. Das Stadion befindet sich auf der Karte.
Erbaut für 2012
Das Olympiastadion wurde von Populous entworfen und 2011 vor den Spielen von London 2012 eröffnet. Seine ursprüngliche Kapazität betrug 80.000, und es war bewusst als leichte, teils demontierbare Struktur angelegt — der Oberrang bestand aus relativ temporären Materialien, im Einklang mit einem Erbeplan, der eine spätere Kapazitätsreduzierung vorsah. Das Stadion trug die Eröffnungs- und Schlussfeier sowie das Leichtathletikprogramm aus, darunter die Nacht des 4. August 2012 — der „Super Saturday" —, als Großbritannien in unter einer Stunde drei Leichtathletik-Goldmedaillen gewann.
Die Erbefrage
Das Schicksal von Olympiastadien nach den Spielen ist eines der wiederkehrenden Probleme der modernen Olympiade, da vielen Gastgeberstädten kostspielige, wenig genutzte Anlagen bleiben. London versuchte dies zu vermeiden, indem es von Anfang an einen Nachnutzer einplante, doch der Prozess war langwierig und strittig. Ein Bieterwettstreit zwischen West Ham United und Tottenham Hotspur — Letztere wollten die Laufbahn entfernen — endete damit, dass West Ham eine langfristige Pacht zu Bedingungen erhielt, die politisch umstritten bleiben.
Der Umbau zum Fußball
Zwischen 2013 und 2016 wurde das Stadion umfassend für Fußball und Leichtathletik umgestaltet. Ein gewaltiges Auslegerdach — als größtes freitragendes Dach seiner Art beschrieben — wurde hinzugefügt, um alle Zuschauer zu überdecken, und versenkbare Sitze wurden eingebaut, um die Fans beim Fußball näher ans Spielfeld zu bringen und zugleich die Laufbahn für die Leichtathletik zu erhalten. Der Umbau kostete weit mehr als ursprünglich veranschlagt, und die Finanzierung mit erheblichen öffentlichen Mitteln zog anhaltende Kritik auf sich.
West Ham und der Umzug von Upton Park
West Ham United zog 2016 von seinem historischen Boleyn Ground (Upton Park), den der Klub über ein Jahrhundert bewohnt hatte, ins London Stadium. Der Umzug spaltete die Anhänger: Die neue Anlage bot weit größere Kapazität — rund 62.500 für Fußball und damit eine der größten der Premier League —, doch die durch die erhaltene Laufbahn geschaffene Distanz zum Spielfeld und der Verlust der Intimität von Upton Park führten zu anhaltenden Klagen über die Atmosphäre.
Die Atmosphärendebatte
Die zentrale Kritik am London Stadium als Fußballort betrifft die Atmosphäre. Das Leichtathletikerbe bedeutet, dass die Unterränge weiter von der Seitenlinie entfernt liegen als bei eigens gebauten Fußballstätten, und die Größe und teilweise Offenheit der Schale zerstreuen den Lärm. West Ham nahm wiederholt Änderungen vor — weinrote Bestuhlung, „London Stadium"-Branding, Versuche, Fans näher zu rücken —, um dem Eindruck zu begegnen, der Anlage fehle die Intensität eines reinen Fußballstadions. Die Debatte verkörpert die Kompromisse beim Umbau einer olympischen Mehrzweckstätte.
Leichtathletik und andere Veranstaltungen
Das London Stadium behält seine Leichtathletikfunktion und trägt das jährliche Diamond-League-Meeting sowie die Leichtathletik-WM 2017 aus, die fünf Jahre nach den Spielen große Meisterschaftsleichtathletik an die Stätte zurückbrachte. Es richtet auch Konzerte und andere Veranstaltungen aus, und die versenkbaren Sitze erlauben den Wechsel zwischen Konfigurationen. Diese Mehrfachnutzung war der ganze Sinn des Erbedesigns, auch wenn sie das Fußballerlebnis erschwerte.
Die Kulisse des Olympiaparks
Das Stadion liegt im Queen Elizabeth Olympic Park, einer großen Erneuerung eines früher industriellen Gebiets im Osten Londons. Der Park umfasst das Aquatics Centre, den Lee Valley VeloPark, den Aussichtsturm ArcelorMittal Orbit sowie umfangreiche neue Wohnungen und Parkflächen. Die Verwandlung von Stratford von einem vernachlässigten Viertel in ein angebundenes, entwickeltes Quartier — bedient von mehreren Bahnlinien und dem Westfield-Einkaufszentrum — gilt weithin als einer der gelungeneren Aspekte des Erbes von 2012.
Auf der Karte
Das London Stadium und die übrigen großen Stätten der Hauptstadt — Wembley, das Emirates, das Tottenham Hotspur Stadium und mehr — sind auf der interaktiven Karte verzeichnet. Nutzen Sie sie, um den Olympiapark in Stratford zu verorten, Londons Stadien zu vergleichen oder die Geografie der Spiele 2012 durch den Osten Londons nachzuzeichnen. Die Karte zeigt am deutlichsten, wie das olympische Erbe diesen Winkel der Hauptstadt umgestaltete.