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Große Stadien, die es nicht mehr gibt

Die größten Stätten des Fußballs stehen nicht immer noch. Einige der geschichtsträchtigsten Stadien des Sports wurden abgerissen, bis zur Unkenntlichkeit umgebaut oder durch glänzende moderne Arenen ersetzt — und nahmen Stehränge, Türme und Atmosphären mit, die Epochen definierten. Dies ist eine Reise zu Stätten, die in ihrer berühmten Form nicht mehr existieren, und zu dem, was beim Abriss verloren ging und gewonnen wurde. Wo die Nachfolgebauten stehen, finden sie sich auf der Karte.

Highbury, Arsenals Art-déco-Heimat

Das Arsenal Stadium in Highbury im Norden Londons war von 1913 bis 2006 die Heimat des Klubs und eine der architektonisch meistbewunderten Anlagen Englands. Seine in den 1930ern im eleganten Art-déco-Stil entworfenen Ost- und Westtribünen waren denkmalgeschützt, und die Marmorhallen und das „Clock End" wurden Teil des visuellen Vokabulars des Fußballs. Als Arsenal 2006 ins Emirates Stadium zog, wurde das Spielfeld als Garten erhalten und die denkmalgeschützten Tribünen in Wohnungen umgebaut — ein seltener Fall, in dem eine abgerissene Anlage teils als Wohnraum überlebt. Der Standort liegt einen kurzen Weg vom neuen Stadion entfernt.

Das alte Wembley und die Twin Towers

Das ursprüngliche Wembley-Stadion, 1923 für die British Empire Exhibition eröffnet, war den Großteil des 20. Jahrhunderts die geistige Heimat des englischen und des Weltfußballs. Seine Twin Towers gehörten zu den erkennbarsten Bauwerken des Sports, und die Anlage trug die Olympischen Spiele 1948, das WM-Finale 1966 und jahrzehntelange FA-Cup-Finals aus. Sie wurde 2002–2003 abgerissen und durch das heutige Wembley mit seinem großen Bogen ersetzt. Die Twin Towers überlebten trotz Rettungskampagnen nicht — ein Verlust, den viele Anhänger bis heute betrauern.

Maracanã vor den Umbauten

Das Maracanã in Rio de Janeiro steht noch, doch das Stadion, das 1950 das WM-Finale vor einer oft mit nahezu 200.000 angegebenen Menge austrug, existiert in jener Form nicht mehr. Die riesigen Stehränge, die offene Schale und die schiere Kapazität, die es zum größten Stadion der Welt machten, wurden durch Sicherheitsgesetze und die Umbauten zur WM 2014 und zu den Olympischen Spielen 2016 schrittweise verringert. Das heutige reine Sitzplatz-Maracanã fasst rund 78.000 — ein Bruchteil seiner ursprünglichen Größe.

Das alte San Siro und die neuen Mailänder Stadien

Mailands Giuseppe Meazza (San Siro), 1926 eröffnet, ist weiter in Betrieb, doch seine Zukunft ist ungewiss. Der AC Mailand und Inter verfolgten Pläne für ein neues gemeinsames Stadion, und Vorschläge stellten wiederholt den Abriss oder radikalen Umbau der ikonischen dreirangigen Struktur mit ihren spiralförmigen Rampen in Aussicht. Ob das heutige San Siro in seiner berühmten Form überlebt, ist eine der offenen Fragen der europäischen Stadionarchitektur, wobei Denkmalschützer für den Erhalt gegen die nach modernen Einnahmen strebenden Klubs streiten.

Das White City und verlorene Londoner Stätten

London hat viele Stätten verloren. Das White City Stadium, für die Olympischen Spiele 1908 errichtet und später für Leichtathletik, Windhundrennen und Fußball genutzt, wurde 1985 abgerissen. Weitere verschwundene Londoner Anlagen sind die ursprünglichen Heimstätten von Klubs, die umzogen oder aufgelöst wurden, sowie die großen Windhund- und Speedway-Stadien, die Mitte des 20. Jahrhunderts auch als Fußballorte dienten. Die Sportlandkarte der Hauptstadt wurde immer wieder neu gezeichnet, als Bodenwerte die Anlagen zur Umnutzung trieben.

Der nordamerikanische Stadionwechsel

Keine Region reißt Stadien schneller ab als Nordamerika, wo die Ökonomie des Profisports häufigen Ersatz antreibt. Mehrzweck-„Cookie-Cutter"-Stadien der 1960er und 1970er — das Three Rivers Stadium in Pittsburgh, das Veterans Stadium in Philadelphia und ihresgleichen — wurden binnen Jahrzehnten gesprengt, um eigens gebauten Baseballparks und Footballstadien zu weichen. Das ursprüngliche Yankee Stadium, das „House that Ruth Built", wurde 2009 durch einen Neubau auf der anderen Straßenseite ersetzt, der den Namen, nicht aber die Bausubstanz behielt.

Was verloren geht, wenn eine Stätte fällt

Abriss bedeutet selten nur Beton. Die Ränge, auf denen Generationen standen, die besondere Akustik, die Sichtlinien und die angesammelte Erinnerung an einen Ort lassen sich schwer wieder aufbauen. Moderne Ersatzbauten bieten meist bessere Anlagen, Sicherheit und Einnahmen, doch Anhänger beschreiben neue Stätten oft als leiser oder weniger eigen als die abgelösten. Die Spannung zwischen kommerzieller Notwendigkeit und unersetzlichem Erbe durchzieht jede große Stadionerneuerung.

Auf der Karte

Wo die Nachfolger dieser verlorenen Stätten heute stehen — das Emirates, das neue Wembley, das umgebaute Maracanã, das neue Yankee Stadium —, sind sie auf der interaktiven Karte verzeichnet. Nutzen Sie sie, um nachzuvollziehen, wie sich die Geografie des Fußballs verschob, als alte Anlagen neuen wichen, oder um die modernen Arenen auf oder nahe historischen Standorten zu finden. Die Karte zeigt am deutlichsten, wo die verschwundenen Kathedralen des Spiels einst standen.