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Die 10 wichtigsten Stadien Südafrikas

Südafrikas Stadionportfolio wurde durch die Fußball-WM 2010, die erste auf afrikanischem Boden, grundlegend verändert. Der Bauausbau erzeugte zehn Spielorte im ganzen Land, von denen mehrere zu echten multifunktionalen Vermächtnissen geworden sind, andere zu Fallstudien über die Schwierigkeit, große Sportstätten ohne kontinuierlichen Spitzenfußball zu erhalten. Südafrikanische Rugby- und Cricketstadien ergänzen die nationale Landschaft.

1. FNB Stadium (Soccer City), Johannesburg

Kapazität: 94.736. Das größte Stadion Afrikas und Schauplatz des WM-Endspiels 2010 (Spanien 1:0 Niederlande n. V.). Die Renovierung durch Boogertman and Partners legte um die bestehende Schüssel eine kalebassen-inspirierte Terrakotta-Fassade — eines der markantesten Stadionäußere des Weltfußballs. Heute trägt FNB Heimspiele der Kaizer Chiefs in der PSL und Spiele von Bafana Bafana aus. Die Mandela-Verbindung — seine erste große öffentliche Erscheinung nach der Haftentlassung 1990 fand hier statt — verleiht dem Ort historische Tiefe.

2. Loftus Versfeld Stadium, Pretoria

Kapazität: 51.762. Heimat der Bulls (Super Rugby) und Mamelodi Sundowns (PSL). Loftus empfängt Rugby seit 1906 und gehört zu den ältesten dauerhaft genutzten Sportanlagen Südafrikas. Die WM-Renovierung 2010 modernisierte die Anlagen und behielt die Vier-Tribünen-Anordnung bei. Die drei Super-Rugby-Titel der Bulls (2007, 2009, 2010) sahen Loftus jeweils als Heimspielstätte des Finals.

3. Moses Mabhida Stadium, Durban

Kapazität: 56.000 (erweiterbar). Durbans WM-Spielstätte, geprägt vom 350-Meter-Bogen — über die Skyline der Stadt sichtbar —, der 106 Meter über der Schüssel emporragt und für Besucher eine SkyCar-Standseilbahn zum Gipfel umfasst. Der Bogen verbindet Tragfunktion (er hält die Hälfte des Dachgewichts) mit touristischer Nutzung (Aussichtsdeck im Scheitel). Die Mischnutzung war erfolgreicher als bei vielen WM-Spielorten.

4. Newlands Stadium, Kapstadt

Kapazität: 25.000 (Rugby) / 51.900 (ehem. Cricket). Die historische Heimat der Stormers (Super Rugby) und des Western Province Rugby. Der Cricketplatz von Newlands, eine angrenzende, aber eigenständige Anlage, gehört mit dem Tafelberg im Hintergrund zu den malerischsten Cricketanlagen überhaupt. Das Rugbystadion ist eines der am längsten ununterbrochen genutzten Rugbystadien der Welt; Spiele finden seit 1890 statt.

5. Cape Town Stadium, Green Point

Kapazität: 55.000. Kapstadts WM-Spielstätte, am Standort Green Point mit Blick auf den Tafelberg und den Atlantik. Der HOK-Entwurf nutzt eine durchscheinende Glasfaserverkleidung, die das Meereslicht streut. Die Nachnutzung war gemischt — Konzerte, Rugby-Länderspiele, gelegentlicher Fußball — und macht das Stadion zu einem der meistdiskutierten Beispiele in Debatten über WM-Stadiongermächtnisse.

6. Ellis Park Stadium, Johannesburg

Kapazität: 62.567. Der historische Johannesburger Platz, der das Rugby-WM-Finale 1995 ausrichtete — Nelson Mandela überreichte Francois Pienaar im Springbok-Trikot den Pokal, ein Bild, das zu den prägenden Symbolen des post-apartheid Südafrika gehört. Heute als Emirates Airline Park bekannt, beherbergt der Bau die Lions (Super Rugby) und Orlando Pirates (PSL).

7. Mbombela Stadium, Mbombela

Kapazität: 40.929. Die WM-Spielstätte in Nelspruit, geprägt von ihren in Form von Giraffenbeinen gestalteten Stahlstützen — eines der visuell prägnantesten WM-Stadionäußere. Die Nachnutzung war begrenzt, und Mbombela gehört zu den Anlagen, die ein nachhaltiges Belegungsprogramm bisher nicht gefunden haben. Strukturell und ästhetisch bleibt das Stadion eindrucksvoll.

8. Peter Mokaba Stadium, Polokwane

Kapazität: 41.733. Polokwanes WM-Spielstätte, benannt nach dem ANC-Jugendführer. Die Fassadenpaneele zeigen Motive des indigenen Baobab-Baums. Wie Mbombela ist die Nachnutzung sporadisch und stützt sich auf Länderspiele und Konzerte.

9. Royal Bafokeng Stadium, Rustenburg

Kapazität: 44.530. Eigentum der Royal Bafokeng Nation — eines der wenigen Stadien weltweit, das einem traditionellen afrikanischen Königreich gehört. Der Platz war Schauplatz von WM-Spielen 2010 und wird weiter für Fußball und gelegentliche internationale Begegnungen genutzt. Die ihn besitzende traditionelle Königswürde verleiht ihm eine Governance-Struktur, die kein anderer WM-Spielort teilt.

10. SuperSport Park, Centurion

Kapazität: 22.000. Südafrikas Cricket-Hauptquartier in Centurion nördlich von Pretoria. Die Grasböschung hinter der östlichen Grenze — wo Zuschauer auf dem Rasen statt auf Sitzen sitzen — gehört zum Reiz des Platzes, und die Testspiele der Proteas hier zählen zu den meistbesuchten Cricketspielen des Landes.

Das Erbe von 2010

Das südafrikanische Stadionportfolio bleibt eine der interessantesten Fallstudien zur Schwierigkeit der WM-Nachnutzung. FNB, Loftus, Moses Mabhida und Kapstadt haben unterschiedlich erfolgreiche Nachhaltigkeit erreicht; Mbombela und Polokwane kämpfen. Die Stadien zeigen kollektiv außerdem die drei großen sportlichen Traditionen Südafrikas — Fußball, Rugby und Cricket —, die sich die nationale Stadionlandschaft auf eine Weise teilen, die nur wenige Länder erreichen.