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Die zehn wichtigsten Stadien in Ungarn

Ungarn hat seit 2010 das ambitionierteste Stadionbauprogramm Europas durchgeführt. Staatliche Investitionen, gelenkt durch die fußballpolitischen Prioritäten von Premierminister Viktor Orbán, haben praktisch jede bedeutende Erstligaarena ersetzt oder umgebaut. Das Ergebnis ist eines der jüngsten Stadionportfolios Europas — bei einer Investitionshöhe, die politisch umstritten ist. Alle Anlagen finden sich auf der Karte.

1. Puskás Aréna, Budapest

Kapazität: 67.215. Ungarns Nationalstadion, 2019 auf dem Gelände des abgerissenen Puskás-Ferenc-Stadions (Baujahr 1953) eröffnet. Benannt nach dem legendären Stürmer Ferenc Puskás, hat es während der Corona-Einschränkungen Champions-League-Begegnungen, EM-Gruppenspiele 2020 und die größten ungarischen Länderspiele beherbergt. Die Schüssel zählt zu den modernsten Mitteleuropas, mit auskragenden Einzelrängen und enger rechteckiger Geometrie.

2. Groupama Aréna, Budapest

Kapazität: 22.000. Heim von Ferencváros an der Üllői út in Budapest, 2014 als Nachfolger des alten Albert-Flórián-Stadions am selben Ort eröffnet. Ferencváros — Ungarns populärster und meistdekorierter Klub — nutzt die Anlage für Ligaspiele und Europacupbegegnungen.

3. MOL Aréna Sóstó, Székesfehérvár

Kapazität: 14.201. Heim von Fehérvár FC (ehemals Videoton) in Székesfehérvár, 2018 auf dem Gelände des älteren Sóstó-Stadions eröffnet. Hat europäische Klubpartien beherbergt.

4. ETO Park, Győr

Kapazität: 16.000. Heim von Győri ETO innerhalb eines Mehrzweckunterhaltungskomplexes. Die integrierte Anlage aus Stadion, Einkaufszentrum und Gastronomie war 2008 ein ungewöhnliches Entwicklungsmodell, das in Ungarn inzwischen mehrfach imitiert wurde.

5. Bozsik Aréna, Budapest

Kapazität: 8.200. Heim von Budapest Honvéd im Stadtteil Kispest, 2021 auf dem Gelände des alten Bozsik-Stadions eröffnet. Benannt nach József Bozsik, dem legendären Honvéd-Spieler und Mitglied des ungarischen „Goldenen Teams".

6. Diósgyőri Stadion, Miskolc

Kapazität: 14.720. Heim von Diósgyőri VTK im Nordosten Ungarns, 2018 eröffnet. Ersetzt den älteren Bau am selben Standort.

7. Új Hidegkuti Nándor Stadion, Budapest

Kapazität: 5.322. Heim von MTK Budapest, 2016 auf dem Gelände des älteren Hidegkuti-Nándor-Stadions eröffnet. Benannt nach Nándor Hidegkuti, dem legendären Stürmer.

8. Pancho Aréna, Felcsút

Kapazität: 3.816. Heim von Puskás Akadémia FC im Dorf Felcsút (rund 1.800 Einwohner). Eine der architektonisch markantesten Anlagen Ungarns, entworfen von Imre Makovecz im Stil der organischen Architektur mit geschwungenen Holzdachträgern. Die Anwesenheit eines solchen Stadions in dem winzigen Heimatort des Premierministers Orbán gehört zu den am meisten diskutierten Projekten der ungarischen Fußballinvestitionen.

9. Nagyerdei Stadion, Debrecen

Kapazität: 20.340. Heim von Debreceni VSC in Ungarns zweitgrößter Stadt, 2014 eröffnet. In den Stadtpark Nagyerdő eingebettet und eine der größten ungarischen Spielstätten außerhalb Budapests.

10. Szusza Ferenc Stadion, Budapest

Kapazität: 18.100. Heim von Újpest FC im Stadtteil Újpest, früher Megyeri úti Stadion. Wurde saniert, behält aber mehr historischen Charakter als die neueren ungarischen Bauten der Post-2010-Generation.

NB I und die ungarische Fußballpyramide

Die Nemzeti Bajnokság I (NB I) umfasst zwölf Vereine und folgt einem Herbst-Frühjahr-Kalender. Ferencváros dominiert die jüngere Ära mit mehreren Meistertiteln in Folge; Fehérvár, Budapest Honvéd, Debreceni VSC und Újpest sind die beständigsten Herausforderer. Den staatlichen Investitionen in die Infrastruktur stehen bislang keine vergleichbaren sportlichen Erfolge gegenüber — ungarische Klubs scheitern weiterhin häufig schon in den europäischen K.-o.-Runden.

Die Renaissance der ungarischen Nationalmannschaft

Ungarns Niedergang nach dem „Goldenen Team" der 1950er-Jahre kehrt sich zaghaft um. Das Team qualifizierte sich für EM 2016, EM 2020 (teilweise in der Puskás Aréna) und EM 2024. Bei Heimspielen werden in der Puskás Aréna routinemäßig über 60.000 Zuschauer erreicht; die defensive Organisation des Teams produziert solide Ergebnisse gegen die meisten europäischen Gegner. Die Atmosphäre der neuen Puskás Aréna an Pflichtspielabenden ist zu einer der eigenständigen Sporterfahrungen Ungarns geworden. Alle Stadien sind auf der Karte markiert.